Glocke mit der eingravierten Aufschrift Last Soul Ultra.

AbgeschlossenWettkampfAugust 2026Deutschland

Last Soul Ultra

Mein erster Backyard Ultra: 56 Runden, 375 Kilometer, Platz 6 von 160.

Eckdaten

6. Platz
Platzierung
von 160 Startern
56
Runden
je 6,7 Kilometer
375 km
Distanz
56 Runden zu je 6,7 Kilometern
160
Teilnehmerfeld
Starter laut eigener Aufzeichnung
14.08.2026
Start
Freitag
Quelle: Last Soul Ultra — Offiziell bestätigt
6,7 km
Rundenlänge
Start zu jeder vollen Stunde
Quelle: Last Soul Ultra — Offiziell bestätigt
143
Startnummer
Quelle: Last Soul Ultra — Live-Ergebnisse — Offiziell bestätigt

Am 14. August stand mein allererster Backyard Ultra beim Last Soul Ultra in Nordrhein-Westfalen an.

Ich war ehrlich gesagt ziemlich nervös. Ich bin mit hohen Erwartungen an den Start gegangen, wusste aber überhaupt nicht, was auf mich zukommt und wie mein Körper auf diese Belastung reagieren würde.

Wie schon bei meinen letzten Ultras hatte ich wieder mein Team dabei: meine Schwester Olivia, mein Papa Dieter, Domenico als Physiotherapeut und Max für die Ernährung.

Die ersten Runden waren mit 35 Grad brutal heiß. Danach kam noch der Staub dazu. Durch die vielen Läufer und den trockenen Boden war die Strecke komplett aufgewirbelt und ich bekam zunehmend Probleme mit Husten.

Die erste Nacht war deshalb auch ziemlich beschissen. Kaum Schlaf, viel Husten und durch die Belastung konnte ich sowieso nicht richtig abschalten. Danach wurde es besser und ich kam immer mehr in meinen Rhythmus. Meine Runden bin ich meistens irgendwo zwischen 42 und 45 Minuten gelaufen. Dadurch blieben mir rund 15 Minuten zum Essen, Schlafen und Vorbereiten auf die nächste Runde.

Ernährungstechnisch lief es dafür richtig gut. Kein Magenproblem, keine großen Probleme mit dem Essen und ich musste während des gesamten Rennens erstaunlich wenig aufs Klo.

Mental sah das Ganze komplett anders aus.

Ehrlich gesagt wollte ich fast jede Runde aufhören. Wirklich Spaß hatte ich irgendwann kaum noch.

Bei Kilometer 200 hatte ich meinen absoluten Tiefpunkt und wollte endgültig quitten. Mike Egan, ein ehemaliger Soldat, hat mich dann überzeugt, weiterzumachen.

Ich bin weitergelaufen.

Bis Runde 56.

Nach 375 Kilometern habe ich schließlich die Glocke geläutet und bin aus dem Rennen ausgestiegen.

Körperlich wäre theoretisch noch etwas gegangen. Meine letzte Runde bin ich in 54 Minuten gelaufen und hätte danach noch Zeit gehabt. Aber für mich stand die Entscheidung fest. Ich wusste nicht, wie mein Körper auf die weitere Belastung reagieren würde, und mental war ich einfach komplett durch.

Am Ende wurde es Platz 6 von 160 Teilnehmern.

Für mich war es ein extrem krasses Erlebnis. Ich habe definitiv noch nicht die Erfahrung, um bei einem Backyard Ultra ganz vorne mitzuspielen. Aber genau dafür bin ich angetreten: um zu lernen.

Diese 375 Kilometer haben mir gezeigt, wo meine Grenzen liegen – und wahrscheinlich noch wichtiger, wo ich noch wachsen kann.

Das Format

Ein Backyard-Ultra kennt kein Ziel im üblichen Sinn. Zu jeder vollen Stunde startet eine Runde über 6,7 Kilometer. Wer sie nicht rechtzeitig beendet oder zum nächsten Start nicht im Startbereich steht, ist raus. Das Rennen endet erst, wenn nur noch einer übrig ist — und der muss eine letzte Runde allein laufen, um offiziell zu gewinnen.

Die Regeln

Das Umfeld war bewusst karg. Kein Strom im Basiscamp, Wasser stand in Behältern bereit, um die Verpflegung kümmerte sich jeder selbst. Drei mal drei Meter — mehr Platz hatte niemand für sein Lager.

Ab der Dämmerung war eine Stirnlampe Pflicht. Meine Crew durfte mir nur im Basiscamp helfen: Wer sich auf der Strecke etwas reichen ließ, wurde disqualifiziert. Zuschauer waren nicht zugelassen, und wo genau gelaufen wurde, hielt der Veranstalter geheim.

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